Der Glasgestalter Svatopluk Kasalý ist in Pelhřimov geboren, schloss sein Studium in Železný Brod/Eisenbrod erfolgreich ab, wo er auch arbeitete und seit 1983 lebt er und schafft in Třešť/Triesch. Er erlernte den Beruf eines Glasers mit Fokus auf künstlerische Bleiverglasungen unter der Leitung von Oldřich Urban und darauf setzte er sein Studium an der kunstgewerblichen Glasfachschule in Železný Brod/Eisenbrod fort. Während seiner Studienzeit wurde er zum Beispiel von Stanislav Libenský und Jan Novotný geleitet. Er schloss die Schule im Jahr 1965 erfolgreich ab und arbeitete im Glashüttenbetrieb Železnobrodské sklo (1967–1978) und später war er als Selbständiger tätig. Er widmet sich in seinem langjährigen Kunstschaffen dem Glas und zwar aus vielen Blickwinkeln.
Svatopluk Kasalý ist in erster Reihe ein Meister eigenen Glasschmuckes. Nicht weniger bekannt ist sein Schaffen von Mosaikarbeiten, dem er sich zusammen mit seiner Ehefrau Eva, auch der Mosaikgestalterin, widmete. Ebenfalls beschäftigte er sich mit Sandstrahlen von Glas, Lichtobjekten oder Werken aus Mehrschichtglas. Ein bedeutendes Werk in diesem Bereich gab es eine Fontäne im Sanatorium in Klimkovice/Königsberg in Schlesien (1992). Zurzeit führt er zusammen mit Eva Kasalý und seinem Sohn Adam ihr eigenes Atelier Kasalý in Třešť/Triesch.
Schon als Absolvent hatte er Erfolg mit seiner Bijouterie-Kollektion in einem gestalterischen Wettbewerb von Glas von Eisenbrod (Betrieb Železnobrodské sklo) im Jahr 1965. Er entwickelte sein Können und sein Gefühl im Bereich von kreativem Geschmeide Machen weiter und zurzeit ist er auf diesem Gebiet ein international anerkannter Gestalter. Es wurden ihm mehrere Anerkennungen für seine eigenen Schmuckstücke verliehen. Seine Schmucksachen wurden auf den fast hundert einzelnen oder gemeinsamen Ausstellungen im In- und Ausland ausgestellt. Er gestaltet seine Schmuckstücke aus klaren oder farbigen Glassplittern und bearbeitet sie durch Schleifen, Schneiden, Ätzen oder Mattieren. Fertige Schmucksachen werden von ihm in Metallteile, die er ebenfalls so formgestaltet, um ein harmonisches Ganze zu erreichen, eingefasst. Jedes Schmuckstück ist originell, weder Formen noch Einfälle wiederholen sich. Am häufigsten lässt er sich durch Frauenkörper, die seine Schmuckstücke manchmal nachbilden und andersmal daraus scheinbar herausragen, inspirieren. Schmucksachen von Svatopluk Kasalý sind sophistiziert und gleichzeitig handwerklich vollkommen gemeistert. Sie evozieren sowohl Luxus als auch künstlerische Qualität.
Mosaike und Vitragen wurden vom Meister in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau Eva gestaltet. Ihr gemeinsames Werk stellt zum Beispiel acht Ringe mit Durchschnitt von 2,1 m im Krankenhaus von Iglau dar. Sie sollen mit besonders vielsagender Mosaik Themen des Lebensbaums – Herz, Lunge, rote Blutkörperchen, Muskulatur oder EKG bildnerisch festhalten. Herr Kasalý steht meist bei der Entstehung des bildnerischen Mosaikentwurfs, der in vielen Fällen auf den sich einander durchdringenden Formen basiert. Es überwiegen abstrakte oder florale Motive, die Farbigkeit ist ausdrucksvoll, doch nicht zu viel kombiniert. Mosaikarbeiten selbst werden meist von Frau Eva Kasalý zusammengestellt und nachgeformt.
Die Mosaik hat in der Kunstwelt zweifelsfrei ihre Sonderrolle. Auch wenn sie aus tausend winzigen Glas-Tesseraen zusammengefügt wird, wirkt sie monumental und ihre Ausführung bildet häufig einen Bestandteil einer architektonischen Lösung von Bauten oder öffentlichen Räumen. Mosaike, die ein Ergebnis der kreativen Zusammenarbeit des Ehepaars Kasalý sind, nehmen in vielen Fällen einige Zehner Quadratmeter ein. Sie befinden sich zum Beispiel an der Außenwand der Grundschule in Brtnice (1984), in ehemaligem Betrieb Modeta in Jihlava/Iglau (1984, 1986), in der ČKD-Fabrik Blansko/Blanz (1986, die Abkürzung ČKD steht für Českomoravská-Kolben-Daněk, Maschinenhersteller und Ausrüster für elektrische Anlagen bzw. Fahrzeuge), in der Eingangshalle der Bibliothek in Třešť/Triesch (1988), im Haus der Dienste in Třebíč (1989) oder in der künstlerischen Grundschule Jihlava/Iglau (2013). Das Ehepaar Kasalý nutzt bei der Gestaltung von Mosaikarbeiten – und es ist in diesem Bereich in der Region Vysočina einzigartig – überwiegend ein böhmisches gepresstes Glas.
E-Mail: atelierkasaly@gmail.com
Webseiten: https://kasaly.com/
- Künstlerisches Schmuckstück, Fotoatelier Kasalý
- Künstlerisches Schmuckstück, Foto Hana Zrno Vondrů
- Eva a Svatopluk Kasalý, Acht Hänge Mosaiken, Durchschnitt 2,1 m, Krankenhaus Jihlava/Iglau, 1982, Foto Hana Zrno Vondrů
- Eva a Svatopluk Kasalý, Großflächiges Glasmosaik, Nové město na Moravě/Neustadtl – Gymnasium, 1994/5, Foto Hana Zrno Vondrů
- Eva a Svatopluk Kasalý, Großflächiges Glasmosaik – Detail, Nové město na Moravě/Neustadtl – Gymnasium, 1994/5, Foto Hana Zrno Vondrů
- Eva a Svatopluk Kasalý, Großflächiges Glasmosaik, Třešť, Str. Revoluční – Eingang ins Bibliotheksgebäude, 1988, Foto Hana Zrno Vondrů
