Jan Jeník oder Jan Jenq ist Mosaikgestalter, der sich selber „Mosaiker“ nennt. Gebürtig aus Havlíčkův Brod/Deutschbrod, lebt und arbeitet heute in Hlásná Třebáň und in Prag. Er studierte in den Jahren 1998–2000 Fotografie an der Fachlehranstalt in Polná und schloss im Jahr 2005 das Abitur im Fach Fotographische Gestaltung an der Fachschule für Werbe- und Kunstgestaltung Michael GmbH ab.
Seinen Weg zum Glas fand er durch die Mosaikgestaltung. Jan Jenq gestaltet eigene Mosaike und einzelne Interieur-Mosaike sowohl aus traditionellen vorgefertigten Tessaren als auch aus aus Scherben, Flaschen- oder Spiegelbruchstücken von Recyclingglas. Das Glasmaterial, das von ihm für die Gestaltung von Mosaiken verwendet wird, muss oft zuerst einer Destruktion unterliegen, um wiedereingesetzt zu werden und ein „neues“ Leben in den Mosaike entfalten zu können. Jan Jenq gründete gemeinsam mit A. Černý und J. Brauner die Gruppe MARS (Mobiles Atelier für Recyclingglas), die ebenfalls diese sekundäre Glasnutzung propagiert und umsetzt. Sie versucht durch ihre kreativen Aktivitäten (Bersten und Umschmelzen von Glas, Mosaik) die Möglichkeiten des Materials Glas im Hinblick auf seine Wiederverwendung und sein Recycling hervorzuheben.
Jan Jenq gliedert seine Mosaik-Arbeiten jedenfalls auf unübliche Weise in den öffentlichen Raum ein, indem er sich den kleinen Umsetzungen der Street Art widmet und einzelnen Risse im Asphalt mit Mosaiken ausfüllt. Was solche Handlungen betrifft, fügt er hinzu: „Jeder empfindet wohl, in seinem Leben oder in Erinnerungen eine Lücke, eine Absenz des Unbeschreibbaren – die wir Lust haben zu füllen – zu haben. Ich finde ab und zu eine solche Lücke und ich fülle sie. Mein Weg ist es, den Weg zu füllen.“
Die Werke des Mosaik-Künstlers waren auf den Ausstellungen zu junger Kunst im Museum Vysočina in Havlíčkův Brod/Deutschbrod (2010, 2013, 2015) zu sehen. Jan Jenq ist Mitglied des Vereins Art und craft Mosaik e.V., an dessen Ausstellungen er auch teilnimmt: Opus Musivum – Mosaik in der bildenden Kunst (Mittelböhmisches Museum in Roztoky bei Prag, 2015), Zeitgenössische tschechische Mosaik (Stadtmuseum in Mimoň/Niemes – 2018, Regionalmuseum und Galerie Most – 2019, Museum Vysočina Pelhřimov – 2019).
mosaikmaker@gmail.com
www.mozaiker.cz
- Quarantäne, 2019, Mosaik, Fotoarchiv J. Jenq
- Goldene Augen – Street Art Mosaik, 2015, Fotoarchiv J. Jenq
- Die Schlange – Street Art Mosaik, 2015-2016, Fotoarchiv J. Jenq
- MARS (Mobiles Atelier des Recyclingglases) – Das Licht von Mars, 2019, Fotoarchiv J. Jenq
- Das Auge der Erde – Das Auge als Spiegelbild der Seele, 2018, 77 x 58 x 15 cm, Foto Hana Zrno Vondrů
- Bottle of Wine, 2016, 40 x 120 x 30 cm, Fotoarchiv J. Jenq 2016, 40 x 120 x 30 cm, Fotoarchiv J. Jenq
